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Dachziegel … mal kulinarisch betrachtet

Dachziegel … mal kulinarisch betrachtet

Im Urlaub kann man so einiges erleben. Den Sommerurlaub habe ich mit meiner Familie in Frankreich verbracht – zwischen Atlantik und dem Bassin d’Arcachon. Eine schöne Auszeit, bevor die Arbeit an den heimischen Dächern weitergeht.

Kaum angekommen, fällt mein Blick auf Dächer; sehr viele kleine Dächer und überall weiße Dachziegel. Als Dacheindeckung auf dem Haus direkt gegenüber, als Dekoration an jeder Ecke und zu kleinen Mauern aufgeschichtet an Vorgärten. Augenscheinlich sind weiße Dachziegel hier „in“ war mein erster Gedanke.

Der dritte Tag war bewölkt mit etwas Regen, kein Strandwetter, genau richtig für einen Spaziergang direkt gegenüber am Bassin d’Arcachon – einem großen Austernzuchtgebiet. Dass bei Ebbe der Blick auf die zahlreichen Austernkörbe am Ufer frei wird, war mir klar. Aber die Ebbe brachte zu meiner größten Überraschung noch mehr zum Vorschein: Lange Mauern aus weißen Dachziegeln, hübsch aufgeschichtet zwischen den Austernkörben. Während der Ebbe herrschte emsige Betriebsamkeit im Meereswatt. Die einen Züchter drehten die Austernkörbe, die anderen schichteten die weißen Dachziegelmauern um.

Jetzt wollte ich es wissen, zog meine Schuhe aus und stapfte in das matschige Watt. Ein kleines Gespräch mit den Züchtern lüftete endlich das Geheimnis der weißen Dachziegel:

Diese Ziegel hatten rein gar nichts (mehr) mit einer Dacheindeckung zu tun. Bereits Generationen von Austernzüchtern nutzen diese Mauern aus gekalkten Dachziegeln. In den Ziegelmauern haften die Austern-Jungtiere und werden hier als Saataustern herangezogen. Im Alter von acht bis zehn Monaten werden sie vom Substrat gelöst und in andere Zuchtgebiete vermarktet.

Eine gute Gelegenheit, ein paar der leckeren Meerestiere direkt im Dorf der Züchter zu verkosten. Mit einem salzigen Nachgeschmack im Mund setzten wir den Spaziergang fort … und mit der Erkenntnis, dass unser tägliches Arbeitsmaterial durchaus kulinarische Qualitäten aufweist.